NDR-Kultur zum Start des Vorprogrammes zum SLAM 2026
Poetry Slammerin Antonia Josefa aus Hannover probt einen Text für den Queer-Slam. Die 28-Jährige hat einen Brief an einen fiktiven Rechtspopulisten geschrieben: „Nein, ich kenne dich eigentlich gar nicht. Alles, was ich sehe, ist Hass, den du mir gibst.“ Es ist eine Antwort auf die Proteste mit Naziparolen gegen queere Menschen in Bautzen beim Christopher-Street-Day 2024. Es ist der Versuch, mit denen in Kontakt zu kommen, mit denen es schwerfällt, zu reden, wenn ihre Meinungen festgefahren sind oder schon im Elternhaus zementiert wurden.
„Trotzdem glaube ich, dass es eigentlich schon der richtige Weg ist, im Austausch zu bleiben und dass es wichtig ist, sich nicht noch weiter zu verfestigen in den eigenen Bubbles, in denen man sich eh schon befindet“, sagt die Slammerin. „Vielleicht auch manchmal andere Meinungen aushalten, auch wenn man da natürlich auch gucken muss, bis wann ist es noch eine Meinung und ab wann ist es Hass.“ Beim Queer-Slam gehe es um Sichtbarkeit: Perspektiven von Menschen zu zeigen, die vielleicht sonst nicht so oft gezeigt werden. Und weil auch im Publikum viele sitzen, die selbst queer sind, mache das eine ganz besondere Atmosphäre der Wertschätzung, sagt die Slam-Poetin.
Leute zu erreichen, die sonst nicht mit Poetry-Slam zu tun haben, ist auch ein Ziel des Vorprogramms der SLAM 2026, sagt Mitorganisator Jörg Smotlacha: „Wir wollten einfach auf die große Meister*innenschaft, die wir im September machen, schon das ganze Jahr hinweisen. Auch wollen wir den Slam vor allem nicht nur dort spielen, wo wir eh oft sind und wo wir unsere Bubble und unser Stammpublikum haben, sondern ganz bewusst auch rausgehen in die Stadtteile. Dafür haben wir jetzt im Vorprogramm von April bis Juni sechs Veranstaltungen zusammengestellt.“
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https://www.ndr.de/kultur/buch/vorprogramm-zur-slam-2026-auftakt-mit-queer-slam-in-hannover,slamhannover-100.html
(Text und Foto: Agnes Bührig/NDR)
