Das war der SLAM 2026
Nun ist er vorbei, der SLAM 2026. Es war wild, es war schön, es war politisch, es war verrückt, es war uns ein Fest! Vier Tage lang waren 200 sehr liebe Menschen aus der deutschsprachigen Poetry Slam-Szene in unserer Lieblingsstadt zu Gast und haben Hannover poetisch verzaubert. Dabei waren wir schon ein paar Tage vorher bei unserer großen Eröffnungsgala am 20. September im Kulturzentrum Pavillon vollauf begeistert, denn Lara Ermer, Ayşe Irem, Wortwin und Slamson und Sven Kamin brannten – begleitet von der wunderbaren Musik von Vandalisbin – ein wahres Feuerwerk der Bühnenkunst ab und zeigten auch gleich die ganze Bandbreite, die unser Genre so auszeichnet.
Am 23. September war es dann soweit: Gute alte Bekannte, liebe Freund*innen und Herzensmenschen und viele neue Gesichter standen Schlange, um sich in unserem Festivalzentrum im Mephisto zu akkreditieren. Überhaupt sollte das Gelände des Kulturzentrums Faust nicht nur, aber vor allem an den ersten beiden Tagen hundertprozentig im Mittelpunkt stehen: Langsam füllte sich das Café im Lieschen, bei den angenehm milden spätsommerlichen Temperaturen lies es sich auch im Biergarten gut aushalten und diverse Räume und Spielorte sollten in den kommenden Tagen als Räume für Meetings und Workshops zur Verfügung stehen.
Dann ging es endlich los! Mit den Vorrunden 1, 2 und 3 starteten in der Warenannahme, der 60er-Jahre Halle und im Tango Milieu die Wettbewerbe. Die Stimmung war gut und das Publikum sehr wertschätzend. Es gab Überraschungen und Emotionales, Menschen lagen sich in den Armen und nach weiteren drei Vorrunden gab es die erste Aftershow-Party. Der zweite Tag begann ähnlich, doch tagsüber wurde es immer sonniger und zudem standen die ersten absoluten Highlights an: In der 60er-Jahre Halle liefen die Halbfinals des Team-Wettbewerbs und die ersten Poet*innen erreichten ein Finale. Als es dunkel wurde, begeisterte im gut besuchten Pavillon das Lineup des von Lena und Marcel moderierten Einzel-Halbfinals 1 das Publikum und anschließend ging es mit einem Singer/Songwriter-Slam und großartigen Songs von Simeon Buß, Birdy und Inke, Antonia Josefa, Flori Wintels und vielen anderen durch die erste richtig lange Nacht.
Und schon war Freitag und die Herrenhäuser Gärten erstrahlten im besten Licht der gut aufgelegten Abendsonne. Hier passierte Unerwartetes: Unser schönes kleines Regelvideo sprengte die Synchronisation und Bild und Ton gingen getrennter Wege. Und da auch der vowarnende Gong und das Störgeräusch, das die Vortragenden an ihr Zeitlimit erinnern sollte, ein seltsames Eigenleben entwickelten, mussten sich Theresa und Matti und Pauli und Jörg vor bis auf den letzten Platz vollbesetzten Rängen um Kopf und Kragen moderieren, um den Abend zu retten. Dabei halfen die großartigen Texte der Auftretenden und die große Spannung, wer es ins Einzelfinale im Theater am Aegi schaffen würde. Schließlich standen alle Finalist*innen fest und es durfte ein letztes Mal gefeiert werden, bevor sich auflösen sollte, wer die Titel beim SLAM 2026 holen würde.
Samstag, 26. September, der Finaltag! Der Vormittag startete mit dem traditionellen MC- Meeting und viel Gesprächsbedarf. Nach einem gemeinsamen Mittagessen folgte ein weiteres sagenumwobenes Fußballspiel des FK Interslam 09, das – je nachdem, wer gefragt wurde – mit 5:2 gewonnen oder mit 2:6 verloren wurde. Auf jeden Fall hat Flori Wintels ein Tor geschossen und die Gegner*innen waren tolle Menschen aus dem schwul-lesbischen und queeren Sportverein SLS Leinebagger Hannover e.V.
Und dann – das Finale. Das Theater am Aegi war seit Tagen ausverkauft, eine würdige Arena und der Einzel-Wettbewerb hielt die Spannung bis zuletzt. Die Stimmung war grandios und Mieze und Jan Egge bereiteten die Bühne für ein denkwürdiges Finale und ein finales Stechen voller nachdenklicher Texte über unsere gesellschaftliche Gegenwart, in dem sich die erst kurzfristig nachnominierte Sylvia Brunner aus Bayern hauchzart vor Marina Sigl aus Baden-Württemberg und David Samhaber aus Österreich durchsetzte. Anschließend rockte das Team-Finale, bei dem Emil mit dem wohl besten Outfit des SLAM 2026 glänzte und Henning trotz seines üblen Fahrrad-Unfalls vom Vortag alles gab. Highlight war Flori Wintels live gespielte Version des unwahrscheinich guten Jingles „SLAM SLAM 2026“ – sicher für immer ein Evergreen! Und dann gewannen auch noch Jeremia Gotthelf aka Mia Ackermann und Jeremy Chavez, die diesen Titel schon lange verdient hatten, aber sich ebenfalls nur megadünn vor Letztes Semester (Felix Treder und Konrad Moritz) und SlamKinsey & Co. (Karla Lamešić und Joel Perrin) durchsetzten. Was für ein Finale!
Danke an alle! Danke an alle, die so spontan irgendwo geholfen haben. Danke an Hannover und die großartige Kulturverwaltung, die uns geholfen hat, diesen Wahnsinn zu realisieren. Danke an die ganzen lieben Menschen im Kulturzentrum Faust, im Kulturzentrum Pavillon, der Orangerie Herrenhausen und am Theater am Aegi. Ohne Euch wäre gar nichts gegangen. Danke an alle Sponsor*innen. Es ist toll, dass Ihr an uns glaubt! Danke an die Szene und alle Helping Hands. So gut, dass Ihr alle hier wart! Bleibt so, wie Ihr seid, in diesen Zeiten. Bleibt stabil. Ihr seid großartig! Hannover sagt danke und hat Euch lieb. Wir sehen uns 2027 in Weimar und Jena!
Euer Team SLAM 2026 Hannover
Fotocredits:
Jonassamsonfotos (Titelfoto, Foto 3 – 17, 19 – 29, 31 – 38)
Matthias Stehr (Foto 1, 2, 18, 30)
Julius Keinath (Foto 39)
